In den ersten Wochen ist dein Baby nicht nur in deiner Obhut – ein kleines Team begleitet es still mit, nach einem Plan, den du dir nicht merken musst. Die Untersuchungen beginnen im Moment der Geburt und finden über die ersten Wochen und Monate ihren ruhigen Rhythmus. Hier, was sie sind, wann sie ungefähr anstehen und warum es sich lohnt, hinzugehen.
Die allerersten Untersuchungen
In den ersten Tagen bekommt dein Baby eine Handvoll Routineuntersuchungen:
- Die U1 direkt nach der Geburt und die U2 zwischen dem 3. und 10. Tag – Untersuchungen von Kopf bis Fuß, von Herz und Hüften bis zu den Reflexen.
- Das Neugeborenenscreening: ein paar Tropfen Fersenblut, die auf seltene, aber ernste Stoffwechsel- und Hormonstörungen testen, dazu ein Hörscreening und die Messung der Sauerstoffsättigung.
Nichts davon heißt, dass etwas nicht stimmt; es wird bei jedem Baby gemacht.
Die Wochenbettbesuche
Eine Hebamme kommt in den ersten Wochen zu dir nach Hause – sie wiegt dein Baby, schaut auf Nabel und eine mögliche Gelbsucht, unterstützt beim Stillen und behält deine eigene Erholung im Blick. Diese Besuche sind genauso für dich wie für dein Baby, also sind sie der Ort für die kleinen Sorgen – Stillen, Schlaf, deine eigene Stimmung –, die keinen Notruf rechtfertigen.
Das gelbe Heft
Du bekommst das gelbe Heft (Kinderuntersuchungsheft), um die Gesundheitsgeschichte deines Babys an einem Ort zu sammeln: Gewichts- und Wachstumskurven, Befunde und Vorsorgetermine. Bring es zu jedem Termin mit, damit alles zusammen dokumentiert ist, und bewahr es mit dem Impfpass dort auf, wo du es schnell greifen kannst.
Der weitere Rhythmus
Nach den ersten Untersuchungen geht es in einen ruhigen Takt über – U3 (4.–5. Woche), U4 (3.–4. Monat), U5 (6.–7. Monat) und so weiter bis zur U9. Jede deckt Wachstum, Ernährung und Entwicklung ab und gibt dir Gelegenheit zu fragen, was dir auf dem Herzen liegt. Parallel laufen die Impfungen nach dem Plan der STIKO. Die genauen Zeitfenster stehen im gelben Heft und können sich ändern – lass dir von deiner Kinderärztin sagen, was als Nächstes dran ist.
Hol das meiste heraus
Diese Termine sind auch für dich. Ein paar Dinge helfen:
- Schreib deine Fragen vorher auf – der müde Kopf vergisst sie im Sprechzimmer.
- Bring das gelbe Heft mit und eine grobe Vorstellung von Mahlzeiten, Windeln und Schlaf – genau danach wird gefragt. Wenn du ein einfaches Protokoll führst, zahlt es sich hier aus und macht aus „bekommt es genug?” eine leicht zu beantwortende Frage.
- Mach es zum Ort für die nicht dringenden Sorgen, damit sie sich nicht anhäufen.
Aber vertrau zwischen den Terminen deinem Gefühl
Diese Untersuchungen sind ein Sicherheitsnetz, kein Ersatz dafür. Wenn dich zwischen den Terminen etwas beunruhigt – ein Warnzeichen aus den ersten Wochen oder einfach das Gefühl, dass dein Baby nicht richtig ist –, warte nicht auf die nächste U. Ruf deine Kinderärztin oder Hebamme an oder hol dringend Hilfe, wenn es ernst ist. Du siehst dein Baby in jeder Stunde des Tages; das zählt sehr viel.
Das sind allgemeine Informationen, keine ärztliche Beratung. Die Untersuchungen, Namen und Termine oben beschreiben das deutsche System und werden mit der Zeit aktualisiert – folge dem Rat deiner Kinderärztin oder Hebamme und dem Plan, den sie dir geben.